Letzte Amtshandlung führte nach Havelberg

Text: Frank Ermer
Foto: Frank Ermer
Volksstimme, Fr., 23. März 2018, Seite 19, Elb-Havel-Echo

Heimatverein beschäftigt sich mit Albrecht den Bären

Interessantes zur Gründung der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt durch Albrecht den Bären war ein thema, mit dem sich die Mitglieder des Heimatvereins Havelberg und seine Gäste jüngst befassten.

Dr. Lutz Partenheimer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Geschichte des Mittelalters am Historisch

Siegel von Albrecht dem Bären, Umschrift: ADELBERTUS DI GRATIA BRANDEN-BURGENS MARCHO © Das Bild ist urheberrechtlich geschützt, der Kupferstich aus dem 1600 Jh. befindet sich in Privatbesitz

en Institut der Universität Potsdam, referierte zum Thema „Albrecht der Bär – Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentums Anhalt“.
Neben den vielen bekannten Häuptern der Askanier, ist wohl der Sohn des Grafen Otto von Ballenstedt, Albrecht der Bär der bekannteste. Albrecht ist um 1100 geboren und am 18. November 1170 verstorben. Seine Begräbnisstätte ist nicht 100%tig belegt, die Vermutungen gehen aber davon aus, dass er auf dem Schloss Ballenstedt in einer Gruft beigesetzt ist.
Das gesamte politische und militärische Wirken Albrechts hier abzubilden wäre wohl zu umfangreich, so wollen wir uns auf einige Informationen beschränken.
Pribislaw-Heinrich, bereits zum Christentum konvertiert und Angehöriger der ortsansässigen Hevellerdynastie bestimmt Abrecht den Bären um 1123-25 zu seinen Nachfolger und gleichzeitig erhält sein Sohn Otte die Zauche als Taufgeschenk.
Bei dem von Albrecht angeführten Wendenkreuzzug 1147, drang er weit in den nordöstlichsten Teil des heutigen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern vor. Sein Weg führte ihn bis an das Oderhaff. Somit legte er den Grundstein für die Vorherrschaft und den Anspruch auf die Nordmark. Auch sicherte er damit dem Havelberger Bischof die Rückkehr an seinem Sitz. Anselm wird ihm wohl sehr dankbar gewesen sein, die Regentschaft wieder von Ort und Stelle zu führen.
Im Jahre 1150 stirbt der Hevellerfürst Pribislaw-Heinrich und es folgt, wie abgesprochen, die Übernahme der Brandenburg durch den bereits bestimmten Nachfolger, Markgraf Albrecht den Bären. Im Frühjahr 1157 bricht ein alter Streit wieder aus und der polnische Fürst Jaxa besetzt nach erfolgreichen Bestechungsversuch der Besatzung die Brandenburg. Am 11. Juni 1157 erobert Albrecht der Bär mit Unterstützung des Erzbischof Wichmann die Brandenburg, unter großen, auch persönlichen, Verlusten zurück.
Auf dem Boden der Mark Brandenburg, in Havelberg, fand auch die letzte offizielle Handlung des Askanierfürsten statt. Am 16. August 1170 zelebrierte Erzbischof Wichmann die Domweihe in Havelberg, an der Albrecht im Kreise seiner Söhne teilnahm. Wenige Monate später, am 18. November 1170 verstab Albrecht der Bär. Ob dies in der Mark geschah ist nicht belegt.
„In seiner unbeirrbaren Pflichttreue gegenüber Kaiser und Reich übertraf Albrecht seinen Rivalen (Heinrich den Löwen), auf Italien- und Polenfeldzügen sowie am Königshof bewährte er sich als Stütze …“, schreibt G. Schlenker in „Die Rolle der Askanier und Albrechts des Bären“, S. 17.
Sollte nun das Interesse an Albrecht den Bären geweckt worden sein und der einzelne Leser möchte über ihn und die Gründung der Mark Brandenburg noch mehr erfahren, dann soll an dieser Stelle auf 3 Bücher hingewiesen sein. Alle stammen aus der Feder von Lutz Partenheimer, „Albrecht der Bär – Gründer der Mark Brandenburg und des Fürstentum Anhalt“ – ISBN: 9783412163020, „Die Entstehung der Mark Brandenburg“ – ISBN: 978-3412171063 und „Die Johanniterkomturei Werben in der Altmark zwischen 1160 und 1542“ – ISBN: 978-3936872576.
Der kommende Vortragsabend findet am 15.März 2018 um 18:30 Uhr, im ArtHotel Kiebitzberg statt. Wir starten mit dem ersten Vortrag zur Themenreihe „100 Jahre Ende des Ersten Weltkriegs“ und beschäftigen uns hier mit dem Internierungslager in Havelberg von 1914 – 1922. Diese Themenreihe wird in der Herbst-/Wintervortragsreihe 2018/19 mit weiten Vorträgen fortgesetzt.