Experiment kommt in Sandau gut an

Text: Ingo Freihorst
Foto: Ingo Freihorst
Volksstimme, Do., 29. März 2018, Seite 20, Elb-Havel-Echo

Beim ersten Plattdeutschtreff des Jahres wurden Texte in der alten Muttersprache gemeinsam verlesen

Seit einem Jahr leitet der Jederitzer Eckard Glasow die Singegruppe des Havelberger Heimatvereins musikalisch

Eine Premiere gab es auf dem ersten Plattdeutschnachmittag in diesem Jahr in  Sandau: Alle Anwesenden lasen Texte in der alten Muttersprache.

Sandau „Plattdütsch bliffit in Traditschoon, so lange wie Plattdütsch schnaken doun. Wie setten Plattdütsch wiet noah boaben un willn’t noah lange nich begroaben.“ –  Dieser Wahlspruch der Kyritzer Plattschnaker, der vor jedem Treff verlesen wird, hatte Heide Schumann, die Organisatorin der Treffs des Havelberger Heimatvereins, auf die Idee gebracht, doch auch einmal gemeinsam mit allen Anwesenden Platt zu lesen.
Ergänzt wurde der Spruch mit weiteren, unter anderem von „mien Mudding“, wie Heide Schumann berichtete. So wie jener: „Müd‘, matt, marod un krank un een bäten fuul doamang.“ Verlesen wurde auch der Großderschauer Wahlspruch: „Nich vergäten – Plattdütsch räden!“ Das Experiment von Heide Schumann kam jedenfalls gut an, es wurde eifrig mitgelesen.

Een jeder fääch vör sien‘ eegen Dör, hee find’t manch eegen Schiet doavör!“
Aufschrift an einem Haus in Röbel

Annemarie Ostermeier ist in Sandau aufgewachsen und kennt den Schützenhaussaal aus ihrer Jugend

Humorvolle Geschichten auf Platt präsentierte Nis Clason

Musikalisch begleiteten natür-lich wieder die plattdeutsche  Singegruppe das Treffen, sie steht nun schon seit einem Jahr unter der musikalischen Leitung des Jederitzers Eckard Glasow. Aus diesem Anlass gab es für ihn einen kleinen Blumentopf. Heide  Schumann erinnerte bei der Gelegenheit an dessen plötzlich verstorbene Vorgängerin – „unser Gretchen mit de Treckfiedel“. Der gemeinsame Gesang gab allen die Kraft zum weitermachen. Im Schützen-haussaal wurden diesmal natürlich Frühlingslieder präsentiert, Erna Möbius und Rotraud Stock rezitierten „Riemels“ zu diesem Thema. Ferner ertönte der Kuckuckswalzer auf dem „Schifferklavier“ des Jederitzers.
Jüngster Plattschnacker im Programm war der zehnjährige Justin Lindner aus Bad Wilsnack, als „Honorar“ bekam er von Heide Schumann ein Buch mit plattdütschen Texten. Der Wittenberger Karl-Heinz Stüben berichtete humorvoll über seine  Erinnerungen an die Oma und deren Bauernhof.Sehr gern der Einladung nach Sandau gefolgt war die bekannte Kyritzer Plattschnakerin Annemarie Ostermeier, denn sie ist einst in dem Elbestädtchen Aufgewachsen. Der Saal ist ihr von den damaligen Tanzabenden wohlbekannt, berichtete sie. Sie erinnerte an die alten Ostertradi-tionen, als die Mädels vom Wenddorf Osterwasser holten und beim Transport dessen kein Wort verlieren durften. Das machten sich die Jungen zunutze, welche sich hinterm Ellerbusch versteckten und die Mädchen erschreckten. Auch gab  die Kyritzerin die Geschichte vom Schorn-steinfeger zum Besten, welcher die ihm geschenkten Eier beim Radfahren dummerweise unterm Zylinderhut transportierte.Humorvolle Geschichten „up Platt“ las zudem der Havelberger Nis Clason vor, wie jene von den „sechs Richtigen“ oder von der Heirats-Annonce mit einem Foto vom  Trecker.
Heide Schumann wünschte allen Erkrankten baldige Genesung und erinnerte daran, dass vor genau fünf Jahren Erika Rittner, die langjährige Organisatorin der Treffs, im Schützenhaus nach Zeulenroda verabschiedet worden war: „Wo sünd de Joahren bleben?“
Ein nächster Plattdütschtreff wird am 5. April in Quitzöbel stattfinden, die Havelberger sehen sich am 5. Mai in der Kegelbahn wieder.

Der Havelberger Heimatverein ließ die BUGA am Samstagnachmittag im Mühlenholz up Platt ausklingen.

Text und Bild von Anke Schleusner-Reinfeldt
Volksstimme, Montag, 12. Oktober 2015, Seite 18, Elb-Havel-Echo

Die Singegruppe wurde musikalisch begleitet von Margarete Bartels auf dem Akkordeon und Christina Blume auf der Gitarre.

Havelberg l „Das werden wir so lange singen, wie wir singen können!“ So sehr ist die plattdeutsche Singegruppe vom „Havellandlied“ begeistert. Erstmals haben sie es am Sonnabend vorgetragen. Diese
Liebeserklärung an das Land an der Havel stammt aus der Feder von Hans Förster, dem Leiter des Volkschores Brandenburg. Es handelt sich um ein Projekt der Chorgemeinschaft „Volks­chor Brandenburg“ und des Freizeitchors „Cantamus“ Potsdam. „Das Lied ist anlässlich der Buga entstanden. Aber wir werden es auch künftig singen, weil es einfach so schön ist“, schwärmt Heide Schumann, die durch das Programm führte. Am vorletzten Tag der BUGA war es ein plattdeutscher Rückblick auf die zurückliegenden Monate.

Elfriede Görges überreicht Franz Fischer als Dankeschön

Elfriede Görges überreicht Franz Fischer als Dankeschön

Dazu passten bestens die Lieder von Franz Fischer aus Premnitz, der gleich mehrere Buga-Lieder geschrieben hat. Er war am Sonnabend Gast und freute sich, seine Lieder zu hören. Und auch die Beiträge von Einzelakteuren. Denn Renate Krause, Hilde Lehmann, Wolfgang Raake und Nis Clason trugen meist Amüsantes vor und bereicherten damit das Programm. Zum Einstieg hatte Heide Schumann diese Worte gewählt: Der Herbst ist da,der Sommer vorbei und auch die BUGA endet morgen. Wie schnell ein halbes Jahr vergeht mit Blumen und so vielen Besuchern aus nah und fern! So blumig wie bei uns ist es nicht

Heide Schumann führte durch das Programm

Heide Schumann führte durch das Programm

überall auf der Welt. Mit Besonnenheit, Vernunft und Menschlichkeit müssen die Probleme gelöst werden!Es war der dritte Plattnachmittag in diesem Jahr. Dazu kamen ein Treffen im April in Rehfeld bei Kyritz, der Buga-Auftritt am 1. Mai auf der Bühne am Dom und das Plattdeutsch-Festival in Groß Derschau im Juni. Eine Veranstaltung in diesem Jahr steht noch an. Und zwar am 12. Dezember. Dann erwartet die Mitglieder und Gäste im Paradiessaal am Dom ein vorweihnachtlicher Nachmittag.

Plattdeutschfest im neuen ArtHotel-Saal

Galerie

Diese Galerie enthält 28 Fotos.

2012-Singegruppe-Heimatverein-Havelberg

Die Singegruppe des Heimatvereins Havelberg e.V. unter Leitung von Margarete Bartels beim 7. Plattdeutschfest. Fotos: Max Tietze

Mit dem Plattdeutschfest in Havelberg am Sonnabend, den 13. Oktober 2012, wurde der Saal im neuen ArtHotel Kiebitzberg eröffnet. Nachdem das ArtHotel und [weiterlesen]

Jahresbrief 2011

Den Jahresbrief 2011 des Heimatvereins mit Informationen zu Veranstaltungen in Havelberg und Prignitz z.B. mit Singegruppe und Plattdüütschen, Schifferverein, Arbeitsgemeinschaft Stadtgrün, Vorschlägen für die BUGA, Anpflanzungen, Giebelwand in der Genthiner Straße, plattdeutsche Schülergruppen, Exkursion ins Havelland (Paretz, Ribbek), Spendenaktionen etc. können Sie hier als pdf-Datei nachlesen
(wird im neuen Fenster/Tab geöffnet)

Jahresbrief 2010

Den Jahresbrief 2010 des Heimatvereins mit Informationen zu Veranstaltungen in Havelberg und Prignitz z.B. mit Chor und Plattdüütschen, Schifferverein, Exkursion zum Brandenburger Dom, Wiedereinweihung des Veteranendenkmals auf dem Havelberger Stadtfriedhof, Bischofsfigur im Ortsteil Wöplitz, Spendenaktionen, etc. können Sie hier als pdf-Datei nachlesen
(wird im neuen Fenster/Tab geöffnet)