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 sieh-den-krantz-der-jungfer-an-der-ihren-sarg-gezieret/
SUMMARY:Wintervortragsreihe 2024 - Buchvorstellung - „Sieh den Krantz der
  Jungfer an\, der ihren Sarg gezieret“
DESCRIPTION:Rosemarie Leineweber präsentiert am Samstag\, 23. März um 14:
 00 Uhr ihr neues Buch im Prignitz-Museum am Dom Havelberg\, im Rahmen eine
 r Kooperationsveranstaltung mit dem Prignitz-Museum.\nVortrag mit Einführ
 ung durch Antonia Beran\, Ethnologin\n\nDer Totenkronenbrauch gehört zu e
 iner etwa 400 Jahre praktizierten Erinnerungskultur\, einer einst weit ver
 breiteten Sitte für jung und ledig Verstorbene beiderlei Geschlechts. Im 
 Norden Sachsen-Anhalts wurde sie bis ins 20. Jahrhundert hinein ausgeübt.
  Optisch sichtbar wird der Brauch durch (Braut-)Kronen und (Braut-)Sträu
 ße als Symbole für die Himmelshochzeit\, da jenen jungen Menschen die re
 guläre Vermählung verwehrt blieb. Die elitäre Bevölkerung bildete ihre
  ledig Verstorbenen schon ab dem 16. Jahrhundert auf Figurengrabsteinen od
 er auf Epitaphen mit diesen Sinnbildern ab. Ab dem 18. Jahrhundert stellte
 n die Hinterbliebenen aller Bevölkerungsschichten Kronen und Kränze als 
 Erinnerungsmale für die jungen ledigen Toten auf Borden und in Schaukäst
 en in den Kirchen aus\, meist durch Inschriften oder Schrifttafeln ergänz
 t. Bereits vor 1900 und bis in die jüngste Zeit verschwanden die meisten 
 Objekte. Der Brauch geriet nahezu vollständig in Vergessenheit. Die Reali
 en des Totenkronenbrauchs waren seinerzeit elterlicher Trost bei den viele
 n Sterbefällen der Kinder und jungen Menschen. Heute sind sie wertvolle S
 achzeugen einer vergangenen Erinnerungskultur. Den Erläuterungen der Sitt
 e und ihrer Erinnerungsstücke folgt die beschreibende und fotografische B
 estandsaufnahme der ca. 180 in der Region noch vorhandenen Objekte bzw. ih
 rer Spuren aus 58 Orten. Sie ermöglichen in Verbindung zu historischen Qu
 ellen\, wie Kirchenbüchern und anderen Überlieferungen\, einen Teil der 
 Lebensumstände und des familiären Umfelds der Verstorbenen zu rekonstrui
 eren\, ergänzt durch medizinische Erwägungen zu den Todesursachen. Eine 
 kulturhistorische Denkmalkategorie wie diese ist es wert\, als solche gesc
 hätzt und erhalten zu werden. Die Bewahrung der überlieferten Sachzeugen
  sowohl in Altmark und Elb-Havel-Winkel als auch in anderen Landschaften k
 ann jedoch nur gelingen\, wenn den zukünftigen Generationen das Wissen zu
 m Totenkronenbrauch tradierend vermittelt wird. Quelle: tredition Verlag\n
 \nDer Totenkronenbrauch gehört zu einer einst weit verbreiteten Sitte fü
 r jung und ledig Verstorbene beiderlei Geschlechts\, denen durch den früh
 en Tod das Sakrament der Vermählung verwehrt blieb. Optisch symbolisiere
 n dabei für uns die Braut-\, zugleich Toten-Kronen und -Sträuße deren s
 tellvertretende ‚Himmelshochzeit‘. Im Norden Sachsen-Anhalts wurde die
 se Erinnerungskultur 500 Jahre lang bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts 
 ausgeübt.\nDie Sachzeugen des Totenkronenbrauchs waren seinerzeit elterli
 cher Trost bei den vielen Sterbefällen der Kinder und jungen Menschen\, a
 ber zugleich auch Statussymbole ihrer Familien. Seit dem Ende des 19. Jahr
 hunderts verschwanden die meisten Objekte aus den Kirchen\, wodurch der Br
 auch nahezu vollständig in Vergessenheit geriet.\nDieser Ergänzungsband 
 folgt der 2021 unter dem Titel „Diese Krone weihten tief betrübte Elter
 n“ erschienenen Veröffentlichung. Als neue Quellen konnten u. a. histor
 ische Innenaufnahmen von Kirchen erschlossen werden. Hinzu kommen neuzeitl
 iche Grabdenkmäler mit Symbolik des Totenkronenbrauchs und eine Diskussio
 n zu Totenkronen im archäologischen Kontext. Ohne eine Kompletterfassung 
 erreicht zu haben\, bezeugen derzeit nunmehr mindestens 109 Ortschaften de
 r Region und insgesamt mehr als 318 Einzelnachweise die einstige Ausübung
  dieses Brauchs. Aussagen zu Genealogie und Medizin erlauben abermals\, di
 e sozialen familiären Verhältnisse der Verstorben zu erhellen und die To
 desumstände zu beschreiben.\nGerade die Einblicke in die Lebensumstände 
 und in das private Umfeld der Landbevölkerung ermöglichen\, zur Sozial- 
 und Kulturgeschichte des nördlichen Sachsen-Anhalts beizutragen. Zudem be
 rechtigt die große Zahl der so jung verstorbenen Menschen ein Gedenken an
  jene familiären Schicksale und die Bewahrung ihrer Erinnerungsmale für 
 zukünftige Generationen. Quelle: tredition Verlag\n\n\nRosemarie Leineweb
 er\, ist promovierte Prähistorikerin\, wurde 1951 in Eisenach geboren\, s
 tudierte in Berlin und Halle/Saale. Sie war in Museen der Altmark und am L
 andesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt tätig\, über
 nahm Lehraufträge an Universitäten\, ist seit 2012 freiberufliche Autori
 n. Sie veröffentlichte zahlreiche Beiträge zur Römischen Kaiserzeit Inn
 ergermaniens\, zur Experimentellen Archäologie\, zur Unterwasserarchäolo
 gie und zur Regionalgeschichte\, darunter auch mehrere Fach- und Sachbüch
 er. Stets war es ihr ein Anliegen\, Fachwissen für den interessierten Lai
 en aufzubereiten\, der Leserschaft verständlich zu vermitteln und so eine
 n Blick in die Geschichte ihrer Region zu ermöglichen.\n\n\n\nLink zum Pr
 ignitz-Museum am Dom Havelberg\, Museum des Landkreises Stendal 
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LOCATION:Prignitz-Museum am Dom Havelberg\, Museum des Landkreises Stendal\
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