Havelberg-Bänke laden auf dem Domfriedhof zum Verweilen ein

160510-Wolfgang Masur- Havelberg-Bänke-1Text und Bilder von Wolfgang Masur
Volksstimme, 10. Mai 2016, Seite 13, Elb-Havel-Echo

Mit dem alten Domfriedhof hat die Stadt für die Zeit nach der Buga eine einladende grüne Oase erhalten, die zum Wandeln und Verweilen einlädt. Damit das ehemalige Buga-Areal weiterhin gepflegt ist, treffen sich Mitglieder des Heimatvereins regelmäßig zu Arbeitseinsätzen. Dieser Tage waren es sechs Frauen und Männer, die die Beete von Unkraut befreit haben. Wenn die Frühblüher verblüht sind, werden sie abgeschnitten. „Schon bald wird die Sommerblüte hochkommen, einige Pflanzen treiben schon“, ist Vereinsvorsitzender Hans-Jürgen Nisch zuversichtlich, dass die öffentliche Parkanlage auch in den nächsten Monaten Spaziergänger einladen wird, das hübsch gestaltete Areal zu nutzen. Mitarbeiter des städtischen Bauhofes hatten auf dem Domfriedhof schon zwei von den schönen Buga-Bänken aufgestellt. Zwei weitere kamen auf Wunsch des Heimatvereins hinzu. Die Vereinsmitglieder Jürgen Gennermann und Alfred Liedtke stellten sie kürzlich auf. „Es sieht sehr schön aus und wir hoffen, dass sich immer mehr Havelberger anschließen, um das zur Buga Geschaffene weiterhin zu erhalten.“

Verein verschönert Havelberg seit 25 Jahren

Text u. Bild von Ingo Freihorst
Volksstimme, 07. Mai 2016, Seite 20, Elb-Havel-Echo

Was der Heimatverein Havelberg in den 25 Jahren seines Bestehens schon alles für die Domstadt getan hatte – das war kürzlich Thema eines Vortrages von Frank Eimer.

Frank Ermer berichtete im ArtHotel über die Geschichte des Heimatvereins Havelberg-2

Frank Ermer berichtete im ArtHotel über die Geschichte des Heimatvereins Havelberg                          Foto: Ingo Freihorst

Havelberg – Zu mehreren heimatgeschichtlichen Vorträgen hatte der Heimatverein Havelberg in der Winterpause ins ArtHotel eingeladen. Der letzte dieser Reihe war dem Verein selbst gewidmet, denn er begeht am 20. Mai im Mühlenholz sein 25-jähriges Bestehen. Frank Ermer, der stellvertretende Vorsitzende, hielt die Rückschau.

Vorsitzender Hans-Jürgen Nisch begrüßte die – leider recht überschaubaren – Heimatfreunde und merkte an, dass leider nicht alle Vorschläge des Vereins von der Stadt umgesetzt wurden. Immerhin gibt es einen dicken Ordner mit Vorschlägen. Er sei mit dem Erreichten aber zufrieden.

Es war schon beachtlich, was für Leistungen des Vereins Frank Ermer im Anschluss bei seiner Präsentation alles aufzählte. Die erste Aktion des im Januar 1991 unter Vorsitz von Herbert Stertz gegründeten Vereins war die Anbringung der Gedenktafel zum Dreißigjährigen Krieg sowie der dazu gehörigen Kanonenkugel oberhalb der Domtreppe. 1627 war die Stadt dabei im Gefecht arg verwüstet worden.

Das zweite Projekt folgte 1995, das Pegelhäuschen an der Sandauer Brücke musste wegen deren Neubaus umgesetzt werden. Der Verein stiftete neue Zifferblätter. Ein Jahr später folgte der hölzerne Wegweiser an der St.-Annen-Kapelle.

Danach ließ der Verein eine Gedenktafel erstellen, welche an der ehemaligen Dom-Propstei an das historisch bedeutsame Treffen des russischen Zaren und des preußischen Königs vor nunmehr fast 300 Jahren erinnert. Zur Buga gesellten sich die figürlichen Darstellungen der beiden Herrscher auf dem Domplatz hinzu – es ist übrigens neben Zerbst und Bremen erst das dritte Denkmal für den Zaren in Deutschland.

Die Wandmalereien im historischen Ratskeller unterstützte der Heimatverein 1998 mit 255 Mark. In jenem Jahr wurde zudem die 3465 Mark teure Fahne für den Schifferverein bezahlt, welcher unter dem Dach des Vereins agierte.

Für über 3000 Mark wurden 1999 Bänke beschafft, die in der Stadt zum Verweilen einluden. Die Sanierung des Kriegerdenkmals im Ortsteil Toppel wurde im Jahre 2000 unterstützt, das Schifferdenkmal in der Bahnhofstraße folgte im Jahr darauf. – Um 1900 hatten um die 60 Schiffseigner in Havelberg gewohnt, die Stadt war damals ein bedeutender Liegeplatz gewesen.

Große Projekte waren im Jahre 2006 die Sanierung des steinernen Wegweisers an der Ampelkreuzung – sie kostete 4600 Euro – sowie der Abguss des im Prignitzmuseum eingelagerten Reliefs mit der Marienkrönung für ein Haus am Krugtorhohlweg, welcher 6000 Euro kostete. Zusammen mit der Sparkasse wurde 2007 eine Eiche an deren neuer Filiale angepflanzt.

Das mit Abstand gewaltigste Vorhaben des Heimatvereins war die 43 500 Euro umfassende Sanierung der Dommauer am Krankenhaus. Dazu mussten recht aufwendig Fördermittel beantragt werden, das Vorhaben erstreckte sich über zwei Jahre.

Im Jahr 2010 folgte der Kauf einer Sitzbank für die ebenfalls neue Bischofsfigur im Ortsteil  Wöplitz. Finanziell unterstützt wurde zudem das „Kulturprojekt Stadtinsel“. Für die Fassadengestaltung in der Genthiner Straße zahlte der Verein 2011 knapp 600 Euro, im Jahr da­rauf wurden zwei Bänke für den Winterhafen angeschafft. Geld gab es zudem für Bank und Infotafel am Brückendenkmal.

In 25 Jahren insgesamt 66 427 Euro gespendet

Insgesamt hatte der Verein für Vorhaben zur Stadtverschönerung umgerechnet 66 427 Euro ausgegeben. Nicht eingerechnet sind darin Pflanzungen und Spenden an die Stadt.

Die nächsten Projekte sind die Sanierung des Spätheimkehrerdenkmals auf dem Jungfernfriedhof sowie das Erstellen der Gallionsfigur, welche einst eine Fassade in der Bahnhofstraße 44 zierte und nach dem Krieg geraubt wurde. Letztere wurde der Sage nach vom Zaren geschnitzt und soll zum 300. Jahrestag der „Konvention von Havelberg“ – also noch in diesem Jahr – wieder angebracht werden.

 

Ein Turm im Angesicht des Feindes

Text von pm/rh und
Bild von Frank Ermer
Generalanzeiger, 17Januar 2016, Seite 2,Lokales

Herbst-/Wintervortragreihe des Havelberger Heimatvereins fortgesetzt

Wolfram Bleis bei der Einweisung zum Vortrag - Ein Festungsturm im Angesicht des Feindes - 2

Wolfram Bleis bei der Einweisung zum Vortrag „Ein Festungsturm im Angesicht des Feindes“ im ArtHotel Kiebitzberg. Foto: Frank Ermer

Havelberg – Als Wolfram Bleis mit seinen Ausführungen begann, wusste noch niemand der Zuhörer, was auf sie zukommen sollte. Ein kurzweiliger und sehr informativer Abend über das Westwerk des Havelberger Domes St. Marien begann in einem sehr anspruchsvoll hergerichteten Raum des ArtHotel Kiebitzberg.
Ähnlich muss es wohl am 16. August 1170, übrigens ein Sonntag, dem Havelberger Bischof Walo (1155 – 1177/78) ergangen sein. Von diesem Tag an, konnten die Havelberger Bischöfe eine Kathedralkirche ihr eigen nennen. Der Erzbischof Wichmann von Seeburg, Bischof Walo und die Bischöfe Wilmar von Brandenburg, Evermond von Ratzeburg und Gero von Meißen, nahmen an diesem Tag die feierliche Domweihe vor. Die anwesenden Gäste, der gealterte Albrecht der Bär, dessen Sohn Otto I. und der Fürst Kasimir von Pommern, statteten das Bistum mit umfangreichen Besitzungen sowie unzähligen Rechten aus.
Um diesen Bau so würdevoll an diesem Tag einweihen zu können, hat man im Jahre 1150, vielleicht auch schon 1147, direkt nach dem Wendenkreuzzug, mit der Grundsteinlegung und dem Bau des Domes begonnen. Obwohl der Dom später gotisch überbaut wurde, sind heute noch die romanischen Grundstrukturen sehr gut zu erkennen. Wolfram Bleis leitete seinen Vortrag mit einem Briefauszug, von Amsel von Havelberg an Wibald von Corvey, ein. Amseln von Havelberg schrieb im Jahre 1151 an seinen Freund Abt Wibald von Corvey (1146-1158) einige Worte über die damalige Lage seiner Kirche in Havelberg, „…, wo er sein Haupt hinlegen soll; so werde ich doch mit meinen armen Brüdern in dem kleinen Bethlehem (Havelberg) angenehmer und glücklicher wohnen,… . Ich Armer des Herrn pauper (lat. “arm“) Christi – wie sich die Prämonstratenser selbst zu nennen pflegten – bleibe daher mit meinen armen Brüdern in meiner Krippe Havelberg, wo einige bauen an den Thürmen der Befestigung vor dem Angesichte des Feindes; andere Wache halten zur Vertheidigung gegen einen Ueberfall der Heiden; …“ Quelle: Codex diplomaticus Brandenburgensis, Herausgegeben von Adolph Friedrich Riedel, 1842. In dieser Textpassage beschreibt Amsel höchstpersönlich wie an einem Turm, das heutige Westwerk, in Havelberg gebaut wurde.
Im Zuge der Baumaßnahmen am Westwerk des Havelberger Domes kam es auf Grund unterschiedlicher Bedingungen zum Wechsel der Baumeister und so auch zur Anwendung von unterschiedlichen Fußmaßen in jener Zeit. Während der Bautätigkeit sind bekannter weise drei Fußmaße verwendet worden, das Hirsauer Fußmaß (29,54 cm), das Staufisches Fußmaß (30,50 cm) und das Havelberger Fußmaß (31,11 cm), wie es Wolfram Bleis bezeichnet. Der Einsatz der unterschiedlichen Masse ist heute noch an der Nord-West-Ecke des Westwerkes deutlich zu erkennen. Diese vielen Wechsel der Baumeister, sind auch darin begründet, das Amseln beim König einige Zeit in Ungnade gefallen war und so nicht immer die gewünschten Meister am Dom ihre Kunst vollenden konnten. Im Erdgeschoss des Westwerkes ist eine Raumaufteilung von drei Räumen zu erkennen, die sich aber ab dem 2. Obergeschoss verliert.
Im Erdgeschoss befanden sich im mittleren Raum 3 Türen. In den Räumen im nördlichen und südlichen Teil jeweils nur eine Tür in östlicher Richtung zum Kirchenschiff. Diese Tü- ren konnten mit sogenannten Schubriegeln, die heute noch erkennbar sind, nur von innen verschlossen werden. In den Räumlichkeiten fanden ca. 339 Personen Schutz. Die untere Etage diente als passiver Schutz für die am Dom arbeitenden Baumeister, Tagelöhner, aber auch für den Bischof und dessen Hofstaat. Den Abschluss der Räume im Erdgeschoß bildet eine eingewölbte Decke. Ab der 1. Obergeschoss wurde darauf aber bereits verzichtet.
So wie das Westwerk da steht, mit seinen ca. 130 cm dicken Mauern, kann man es auch gut als Bergfried bezeichnen. Der Bergfried war im Mittelalter das höchste Gebäude in einer Burg- oder Klosteranlagen und wurde bis ins 12. Jh. zumeist quadratisch oder rechteckig gebaut. Er diente als Zuflucht oder Lagerstätte. Der Eingang lag entweder sehr hoch, nur durch Leitern erreichbar oder konnte nur vom inneren der Anlage betreten werden. In den unteren Geschossen wurde als Baumaterial die sogenannte Grauwacke oder Gommern-Quarzite verwendete. Die in Blöcken geschlagen und in unterschiedlichen Größen (ca 30 x 60 cm) Verwendung fand. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass dieses Baumaterial für einen anderen Kirchenbau bestimmt war.
Es gibt noch eine Vielzahl von Fakten zu erwähnen, jedoch soll an dieser Stelle auf ein Buch von Wolfram Bleis hingewiesen sein, welches voraussichtlich im Spätherbst 2016 erscheint. Dort kann man alle wichtigen Details zum markantesten Bauwerk der Stadt nachlesen.
Der Heimatverein, möchte sich bei allen Referenten und Gästen, die am ersten Teil der Vortragreihe teilnahmen und sie gestalteten recht herzliche bedanken. Ein besonderer Dank, geht an das ArtHotel Kiebeitzberg, das den Heimatverein bei der Vortragsreihe hervorragend unterstützt hat.

Havelberger Heimatverein will Galionsfigur wieder anbringen

Text und Bilder von Ingo Freihorst
Volksstimme, 8. Januar 2016, Seite 15, Elb-Havel-Echo

Vorhaben für 2016: Plattdeutschnachmittage, Vorträge, Übernahme der Buga-Infotafeln und Sanierung des Spätheimkehrer Denkmals

Von Ingo Freihorst

Dieser Aussichtspunkt am Havelhang in der Cotheniusstraße wird vom Heimatverein ebenfalls gepflegt. Von hier bietet sich ein toller Blick auf Altstadt und Havel.

Dieser Aussichtspunkt am Havelhang in der Cotheniusstraße wird vom Heimatverein ebenfalls gepflegt. Von hier bietet sich ein toller Blick auf Altstadt und Havel. Foto: Ingo Freihorst

Havelberg • Alljährlich zum Jahreswechsel flattert allen Mitgliedern des Havelberger Hei-matvereins Post ins Haus: Der Jahresbrief vom Vorstand hält schon seit Jahren Rück­ blick übers abgelaufene Jahr und informiert über anstehen­ de Vorhaben.
Für die Heimatfreunde sei 2015 ein besonders aufregendes Jahr gewesen, beginnt Vorsit­ zender Dr. Hans-Jürgen Nisch sein Schreiben. Denn die Buga 2015 Havelregion hatte auch hier sehr viele Menschen in ihren Bann gezogen. Schon bei der Eröffnung am 18.April zeig­ ten sich die Besucher von den Veränderungen an den fünf Standorten begeistert. Leider hätten sich Hitzewellen und Wetterkapriolen negativ auf die Besucherzahlen ausgewirkt.
Ein Höhepunkt der Ver­ einsarbeit war im Vorjahr die Vollversammlung im Februar, wobei der Vorstand mit drei Mitstreitern verstärkt werden konnte – Frank Ermer wurde neuer stellvertretender Ver­ einsvorsitzender. Der Veran­ staltungsreigen des  Heimat­ vereins wurde im Januar im ArtHotel wieder von der Platt­ deutsch-Singegruppe eröffnet – das Vereinsangebot hielt sich 2015 mit Rücksicht auf die vie­ len Buga-Veranstaltungen al­ lerdings in Grenzen. So fuhr die Singegruppe anfangs ledig­ lich zu Plattdeutschtreffen im Brandenburgischen, nämlich in Quitzöbel sowie Rehfeld bei Kyritz. Mit dabei war das En­ semble auch beim Heimatfest in Großderschau.
Der Höhepunkt für die un­ ter der Leitung von Margarete Bartels stehenden Sängerinnen war dann am 1. Mai der Auf­ tritt auf dem Domplatz beim Buga-Programm. Besonderen Anklang fanden neben  alten und neuen Weisen sowie den Rezitationen vor allem jene Lieder, die eigens für die Buga geschaffen worden waren. Im Vorfeld hatte die Singegruppe ihre zweite CD aufgenommen , von der immerhin 71Stück ver­ kauft wurden.

Plattdeutschnachmittag zum Buga-Ausklang

Zum Buga-Ausklang am 11. Oktober fand ein herbstlicher Plattdeutschnachmittag im Mühlenholz statt. Das Jahr 2015 ließ der Heimatverein dann am 12. Dezember im Paradiessaal des Domes mit Winter- und Weihnachtslie­ dern gemütlich ausklingen. Mit dabei waren hier auch die Plattsnacker aus der Sandauer Grundschule unter der Leitung von Bärbel Harmel sowie der Plattdüütsch-Nachwuchs aus der Havelberger Schule, der von Elke Joachim angeleitet wird. Der Verein unterstützt die Arbeit der beiden Gruppen und wünscht diesen auch wei­ terhin viele Erfolge – bei Vor­ lesewettbewerben wurden des öfteren vordere Plätze belegt, die Havelberger starteten sogar beim Landesausscheid.
In Vorbereitung auf die Buga war vom Heimatverein das Brückendenkmal an der Sandauer Brücke mit Sitzgele­ genheiten und einer Infotafel ergänzt worden. Dabei halfen Spenden vom Havelberger Edeka-Markt und der Tischlerei Andersch aus Schönfeld. Der Bauhof vervollständigte die Rastgruppe mit Papierkorb, Fahrradständer, Radwegekar­ te und Beleuchtung. Von die­ ser Stelle haben die rastenden Radler einen tollen Blick auf die Stadt, viele Padelritter nutzen das Angebot bereits.
In der Genthiner Straße wurde vom Verein ein weite­ rer Rastplatz geschaffen, wozu der Bauhof vorab seine Mauer saniert hatte. An diese brachte Vereinsvorsitzender Dr. Hans­ Jürgen Nisch ein 25 Meter lan­ ges Fries mit einheimischen Fischen in Lebensgröße an, Sträucher und Blumen rahm­ ten die restaurierte Bank ein. Mit dem Buga-Start ging hier zudem ein kleines stilisiertes Schiff „vor Anker“.
Rechtzeitig zur Buga wur­ de zudem der marode Sockel des Schifferdenkmals am al­ ten Bahnhof saniert, die Firma HTI spendierte dem Verein die komplette Sanierung.
Eine schöne Aussicht auf die Altstadt und die Havel hat man auch am Havelhang in der Cotheniusstraße, diesen Platz und den alten Gehweg am Domfriedhof hält der Verein sauber. Nach der Buga will der Heimatverein nun auch das Areal des einstigen Domfriedhofes pflegen, wozu noch Helfer willkommen sind.
In den letzten Monaten des Jahres 2015 sowie zu Jahresbeginn organisierte der Verein eine Vortragsreihe im ArtHotel zu heimatspezifischen Themen. So berichtet eine Mitarbeiterin des Prignitz-Museums am 26. Januar über das Treffen zwischen dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. und dem russischen Zaren Peter I„ welches im November 1716 – also vor 300 Jahren – in Havelberg stattgefunden hatte. Es sollte eine Wende im nordischen Krieg einleiten – als Gastgeschenk für den Russen diente das legendäre Bernsteinzimmer. Im Februar berichtet Harald-Uwe Bossert in dieser Reihe über die Garnisionsgeschichte der Stadt.
Natürlich wird es in diesem Jahr auch wieder die belieb­ ten Plattdeutschnachmittage geben. Der erste wird am 30. Januar in der Kegelhalle statt­ finden, weitere Termine sind am 12. März, am 23. April so­ wie am 1. Oktober – hier wer­ den die Veranstaltungsorte noch abgestimmt. Havelberger Heimatfreunde werden am 16. Juli zudem auch wieder zum Heimatfest nach Großderschau reisen. Das Veranstaltungs jahr des .Vereins wird traditionell am 10. Dezember im Paradiessaal des Dom ausklingen.
Gern möchte der Vereinsvorstand das Wegeleitsystem und die Infotafeln, welche den Besuchern bei der Buga im Vorjahr bei der Orientierung in Havelberg recht hilfreich waren, übernehmen. Gespräche mit der Stadtverwaltung und dem Buga-Zweckverband dazu laufen.

Meerjungfrau soll neu geschnitzt werden

Ein weiteres Projekt für die­ ses Jahr ist die Sanierung des geheimnisumwitterten Spät­ heimkehrer-Denkmals auf dem Jungfernfriedhof. Es zeigt einen unter einem Baum ruhen­ den Wanderer. Vorabsprachen hierzu sind bereits erfolgt.
Für ein weiteres Vorhaben benötigen die Heimatfreunde allerdings Hilfe: In der Bahn-­ hofstraße 44 könnte die dort bis zum Krieg an der Fassade be­findliche Meerjungfrau wieder angebracht werden. Der Sage nach hatte diese Galionsfigur der russische Zar bei seinem Besuch in Havelberg geschnitzt – weshalb diese nach dem Kriege ein Beuteobjekt der russi­schen Besatzer wurde. Leider existiert davon nur noch ein Foto, eine Nachbildung hängt seit 1998 im Prignitz-Museum. Einige Interessenten, welche die Figur nachschnitzen wür­den, haben sich bereits gefunden, nur die Finanzierung ist noch nicht geklärt.
Gefragt sind die Mitglieder auch, wenn es um das Ziel der diesjährigen Exkursion geht. Bis Ende des Monats können Vorschläge an den Vorstand eingereicht werden, die Tages­ fahrt soll dann wieder im Mai oder Juni stattfinden. Die Hei­ matfreunde haben also auch 2016 wieder allerhand zu erle­ digen, um die Stadtgeschichte zu pflegen – und das sogar ganz ohne Bundesgartenschau.

Schüler erfreuen mit „Aschenputtel“ auf Platt

Text und Bilder von Wolfgang Masur
Volksstimme, 18. Dezember 2015, Seite 17, Elb-Havel-Echo

Adventsfeier im Evangelischen Seniorenzentrum Havelberg

Die plattdeutsche Sprache ist vielen Senioren geläufig und daher freuten sie sich auch sehr über die lustige und plattdeutsche Version vom Aschenputtel, die von der plattdeutsch Gruppe der Schule aufgeführt wurde.

Die plattdeutsche Sprache ist vielen Senioren geläufig und daher freuten sie sich auch sehr über die lustige und plattdeutsche Version vom Aschenputtel, die von der plattdeutsch Gruppe der Schule aufgeführt wurde.

Die Wohngruppen 2 und 3 im evangelischen Seniorenzentrum Havelberg hatten sich vor Kurzem zu einer gemütlichen Adventsfeier zusammengesetzt. Der weihnachtlich geschmückte Aufenthaltsbereich war bis auf den letzten Platz besetzt und Betreuungsassistentin Petra Kuropka begrüßte die Bewohner und deren Angehörige. Sie kündigte auch gleich den ersten Programmpunkt des Nachmittages an, denn die Platt sprechenden Kinder der Havelberger Sekundarschule, unter der Leitung von Elke Joachim, standen schon in den Startlöchern. Ebenso wie beim Plattdeutschnachmittag zeigten sie den Senioren die moderne Version vom Aschenputtel und ernteten viel Beifall. Den gab es auch für die Theatergruppe der Sekundarschule, die von Andrea Wellenberg geleitet wird. Die Theaterkinder kamen alle als Tiere verkleidet daher und Andrea Wellenberg steckte in einem Eselskostüm. Der lustige Auftritt erfreute die Zuschauer und für alle Schüler gab es Süßigkeiten als Dank für das gelungene Programm. Dann stand aber das gemeinsame Kaffeetrinken im Mittelpunkt und der Duft von Plätzchen und Kaffee lag in der Luft. Nach dem Kaffeetrinken hatte die Sandauer Schülerin Jessica Zimmermann – sie erkämpfte sich vor Kurzem beim plattdeutschen Vorlesewettbewerb auf Landesebene einen hervorragenden dritten Platz – ihren Auftritt. Sie präsentierte den Senioren eine lustige Weihnachtsgeschichte auf Plattdeutsch und bekam dafür, neben viel Applaus, auch ein kleines Weihnachtspräsent. Christina Blume griff dann beherzt in die Seiten ihrer Gitarre und sang mit den Bewohnern weihnachtliche Weisen. Petra Kuropka präsentierte ein Weihnachtsgedicht und Veronika Schilling erzählte eine Weihnachtsgeschichte. Die weihnachtliche Stimmung war auf dem Höhepunkt und die Pflegedienstleiterin Anke Rehfeld sowie die Mitarbeiter der Betreuung

Die Schüler der Sekundarschule, hier die Theatergruppe, die als Tiere daher kam, kamen auch auf engsten Raum zurecht. Die „Kuh“ schlug vor zum Fest ordentlich zu saufen und bekam Ärger mit dem Esel.

Die Schüler der Sekundarschule, hier die Theatergruppe, die als Tiere daher kam, kamen auch auf engsten Raum zurecht. Die „Kuh“ schlug vor zum Fest ordentlich zu saufen und bekam Ärger mit dem Esel.

Rena Sander, Mandy Schäler und Frank Wolter zeigten sich mit ihren Vorbereitungsarbeiten zufrieden. „Dabei wurden wir von der Angehörigen Brigitte Knakrügge unterstützt und dafür möchten wir uns herzlich bedanken. Ein Dankeschön auch an all denen, die immer wieder zum Gelingen gemeinsamer Veranstaltungen beitragen“, so Petra Kuropka. Mit dem Abendbrot – es wurde ein drei Gänge Menü serviert – klang die Adventsfeier besinnlich aus.