Jahresbrief 2016

Die Nachbildung der Seejungfrau hängt am Giebel der Havelstraße 44. Foto: Andrea Schröder

Die Nachbildung der Seejungfrau hängt am Giebel der Havelstraße 44.               Foto: Andrea Schröder

Hier finden Sie wie in jedem Jahr, den Jahresbrief 2016 (hier als pdf-Datei), rund um den Heimatverein, mit Informationen zu Veranstal-tungen und Ereignissen aus dem vergangenen Kalenderjahr. Auch im vergangenen Jahr fanden wider zahlreiche Veranstaltungen in und um Havelberg und der Prignitz mit der Singegruppe, den Plattdüüt-schen und der plattdeutschen Schülergruppen statt. Ein beson-deres Augenmerk ist in diesem Jahr, dem 300-jährigen Jubiläum des Treffens von König Friedrich Wilhelm I. mit Zar Peter I. im November 1716 in Havelberg gewidmet. So konnte das Flachbildrelief der Seejungfrau als Replikat wieder in der Havelstraße 44 angebracht werden. An dieser Stelle sei noch einmal den Kameraden der FFW Havelberg und der Firma HTI GmbH für die großartige Unterstützung ein besonderer Dank ausgesprochen.
Wir rufen alle Havelberger und Freunde des Heimatvereins zu zwei Spendenaktionen auf. Zum einen geht es immer noch um das Spätheimkehrer-Denkmal, welches auf dem Domfriedhof eine neue Heimat finden soll. Zum anderen soll das BUGA-Wegeleitsystems wieder aufgestellt werden und den Havelberger und seinen Gästen wieder durch unsere Stadt begleiten.
Im Anhang des diesjährigen Jahresbriefes befinden sich der Arbeitsplan 2017 und die Einladung an alle Mitglieder zur Mitgliederversammlung am 25. Februar 2017.

Nachruf – Musik war das Leben von Margarete Bartels


Text und Bild von Andrea Schröder (ans)

Volksstimme, 3. Dezember 2016, Seite 19, Elb-Havel-Echo

Zum Tod der Leiterin der Plattdeutschen Singegruppe des Havelberger Heimatvereins

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Für ihr Wirken als Leiterin der Plattdeutschen Singegruppe wurde Margarete Bartels im Mai zum 25-jährigen Bestehen des Heimatvereins mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt geehrt.

Havelberg (ans) • „Mitten in den Vorbereitungen zum Weihnachtskonzert im Paradiessaal erreichte uns die Nachricht, dass Margarete Bartels uns für immer verlassen hat. Wir verlieren einen Menschen, der sich mit dem ganzen Herzen für die Singegruppe eingesetzt hat“, schreiben die Plattdeutsche Singegruppe und der Vorstand des Heimatvereins Havelberg in ihrem Nachruf für Margarete Bartels. Voller Trauer, aber auch
mit vielen schönen Erinnerungen nehmen sie Abschied von der langjährigen Leiterin der
Singegruppe. Sie verstarb am 14. November im Alter von 78 Jahren.
Vor 17 Jahren hatten sich einige Frauen des Heimatvereins zusammengefunden und beschlossen: „Wir wollen singen!“. Musiklehrerin Margarete Bartels übernahm die musikalische Leitung der Singegruppe und brachte die Sängerinnen mit dem Akkordeon richtig in Schwung. Nach den ersten Plattnachmittagen blieb der Erfolg nicht aus und es gesellten sich immer neue Mitstreiter hinzu. Es wurde komponiert, arrangiert, gedichtet und gesungen, und das nicht nur in hochdeutscher Sprache.
Mit der plattdeutschen Sprache ließ die Singegruppe eine alte Tradition wieder aufleben. Dieses jahrelange Engagement von Margarete Bartels für die Singegruppe, den Heimatverein und die Stadt Havelberg wurde durch die Eintragung in das „Goldene Buch“ der Stadt Havelberg im Mai dieses Jahres geehrt. Die Freude am gemeinsamen Singen schmiedete die Frauen aber auch persönlich eng zusammen.
Die Sängerinnen haben in Erinnerung an ihre musikalische Leiterin eigene Worte zu Papier gebracht: „Musik war dein Leben, liebes Gretchen! Lieder haben uns miteinander verbunden, gaben uns gemeinsam Kraft. Wir danken dir für diese Zeit des frohen Singens!
Nun müssen wir ohne dich unseren Mut und unsere Gemeinsamkeit erhalten. Wem von uns sind nicht solche oder ähnliche Gedanken in den letzten Tagen durch den aufgewühlten Sinn gegangen? Wer von uns würde nicht sehnlichst wünschen: Die Tür ginge auf und du kämst herein, unser Gretchen mit de Treckfiedel?
Stattdessen hören wir Worte, die von dir gesagt sein könnten und wir werden sie beherzigen: Wenn ihr an mich denkt, seid nicht traurig. Erzählt lieber von mir und traut euch zu lachen. Lasst mir meinen Platz zwischen euch, wie ich ihn im Leben hatte.
Ja, Gretchen, wir denken an dich. Heute noch eine große Traurigkeit, dass du schon gegangen bist, aber auch in unsagbarer Dankbarkeit für all dein Wirken in unserer
Plattdeutschen Singegruppe: Für deine Kraft, die du gegeben hast, für deine Zuverlässigkeit, die einmalig war, für deine Einsatzbereitschaft, die oft nicht mal auf deine Gesundheit hörte, für deine Freude am Musizieren, die sich auf uns übertragen hat.
Hab Dank! Denn diese Zeit des gemeinsamen Singens gab uns allen viel Kraft, persönliche Sorgen und Kümmernisse zu meistern und hat selbst unserer Gesundheit gut getan.
Hab Dank! Denn nun, wo du nur noch in Gedanken bei uns sein kannst, wird die gemeinsame Zeit für uns ein wertvoller Schatz, den wir uns bewahren werden; jeder für sich, auf seine Weise und sie wird für uns ein Kraftquell bleiben.
Noch ist unser Kummer zu groß, als dass wir dir, liebes Gretchen, etwas versprechen könnten. Ersatz für dich haben wir nicht! Wer kann schon so üp de Treckfiedel spöln as du dat künnthest?
Nun aber würdest du uns  wohl sagen: Noch ist es zu früh, ganz aufzuhören. Backt kleine Brötchen, aber tut es.
Wir werden nach anfänglicher Ratlosigkeit unsere Kräfte wohl neu sammeln und alles versuchen, damit dieses Jahr nicht das letzte unserer Plattdeutschen Singegruppe war.
Und da bist du, liebes Gretchen, in Gedanken bei uns!“
Und weiter heißt es in dem Nachruf: „In Dankbarkeit nehmen wir Abschied und bitten alle Interessenten um Verständnis dafür, dass unser Weihnachtskonzert am Sonnabend, 10. Dezember, nicht stattfinden kann.“

Elbelandschau fand zum 16. Mal statt

Text und Foto von Wolfgang Masur
Volksstimme, 26. November 2016, Seite 18, Elb-Havel-Echo

   Zum 16. Mal hat in Schönhausen die Elbelandschau der Kleintierzüchter stattgefunden. Diese richtige Antwort auf die Rätselfrage der vergangenen Woche wussten fast alle Teilnehmer am Volksstimme Preisrätsel. Hühner, Enten, Tauben und Kaninchen wurden in der Reithalle ausgestellt. Die drei Gewinner von jeweils zehn Euro sind Renate Peters aus Nierow, Mandy Liebsch aus Dahlen und Regina Brütt aus Havelberg.
   Herzlichen preisraetsel-2Glückwunsch! Der Postbote bringt demnächst den Scheck ins Haus. Die neue Rätsel frage: In welcher Straße befindet sich das Haus, an dem am vergangenen Sonnabend die Nachbildung der „Seejungfrau des Zaren“ auf Initiative des Heimatvereins Havelberg angebracht worden ist? Ihre Antwort schicken Sie bitte bis Donnerstag an die Volksstimme, Schulstraße 8 in 39539  Havelberg. 

 

Jede Menge Laub entsorgt

Text und Bild von Andrea Schröder (ans)
Volksstimme, 26. November 2016, Seite 20, Elb-Havel-Echo

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Mindestens 40 Big Bags mit Rasenschnitt und Laub sind auf dem alten Domfried-hof entsorgt worden. Am Mittwoch hatte der Heimatverein Havelberg zum letzten Arbeits-einsatz für dieses Jahr aufgerufen.Mitglieder und andere Helfer harkten nochmals Mengen
an Laub zusammen und sammelten Kastanien auf. Die nimmt Heinz Wojtalla mit zu seinem Wildgehege in Dahlen. „Wir waren immer gut zehn Leute bei den Arbeitseinsätzen, zu denen
wir einmal im Monat aufgerufen haben“, berichtet Waltraud Gennermann. Der Heimatverein wird die Pflege des ehemaligen Buga-Areals 2017 fort
setzen und plant auch das Pflanzen von Strauchern.

Seejungfrau des Zaren grüßt vom Backhaus

Text und Bild von Andrea Schröder (ans)
Volksstimme, 20. November 2016, Seite 17, Elb-Havel-Echo

Die Legende besagt, dass der Zar in Havelberg eine Seejungfrau geschnitzt haben soll. Am alten „Backhaus“ hängt jetzt eine Nachbildung.

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Kameraden der FFW brachten am Freitag das hölzerne Relief am Giebel der Havelstraße 44 an. Foto: Wolfgang Masur

Havelberg l Die Seejungfrau benötigt Wasser. Wohl deshalb hat es am Sonnabend-nachmittag ausgerechnet in dem Moment geregnet, als das hölzerne Relief eingeweiht wurde. Der langjährige Vorsitzende desHeimatvereins Havelberg, Herbert Stertz, hatte 2003 seinen Wunsch geäußert, die dem Zaren zugeschriebene Seejungfrau wieder an ihren Platz in der Havelstraße 44 anzubringen. 13 Jahre später war es nun soweit. Das 300-jährige Jubiläum des Zarenbesuches nahm der Heimatverein zum Anlass, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Das Tuch wird vom Korb der Drehleiter aus abgenommen, die Nachbildung der Seejungfrau des Zaren ist für jedermann sichtbar. Foto: Andrea Schröder

Das Tuch wird vom Korb der Drehleiter aus abgenommen, die Nachbildung der Seejungfrau des Zaren ist für jedermann sichtbar.                                                                           Foto: Andrea Schröder

Der stellvertretende Vereinsvor-sitzende Frank Ermer begrüßte neben Bürgermeister Bernd Poloski einige Mitglieder des Vereins sowie weitere Zuschauer und dankte Steffen Menze, der das neue Flachbildrelief geschnitzt hat. Der Schollener, der bereits den Zarenaktionstag im August mitgestaltet hatte, hat nach der Fotografie im Prignitz-Museum die neue Seejungfrau aus Holz angefertigt. Der Havelberger Sven Hetke übernahm den technischen Teil der Anbringung und sorgte dafür, dass das Relief per Spezialkleber an den Giebel angebracht werden konnte. Unterstützung kam außerdem von der Havelberger Feuerwehr. Wehrleiter Ulrich Ziegler sowie Sven Schumacher, Kevin Deich und Lukas Graff waren bereits am Freitag am Werk. Mit der Drehleiter ging es in luftige Höhe, fünf Löcher mussten gebohrt werden. Am Sonnabend ging es mit der Drehleiter noch einmal nach oben, um die Seejungfrau zu enthüllen.

Frank Ermer (mitte) dankt Steffen Menze (rechts) sowie den Feuerwehrleuten um Ulrich Ziegler für die gute Arbeit.

Frank Ermer (mitte) dankt Steffen Menze (rechts) sowie den Feuerwehrleuten um Ulrich Ziegler für die gute Arbeit.                      Foto: Andrea Schröder

Die Legende besagt – so erfuhren es die Besucher am Abend auch beim szenischen

Vortrag im ArtHotel –, dass der russische Zar Peter I. auf seiner Rückreise von Holland die Schiffbauerei in Havelberg besuchte, um hier seine in Saardam erworbenen Kenntnisse zu üben. In einem Giebelstübchen des alten Schiffskruges gegenüber der einstigen Werft, der späteren Gastwirtschaft von Carl Wilhelm Backhaus, soll er das Bildwerk geschnitzt haben.

Die Nachbildung der Seejungfrau hängt am Giebel der Havelstraße 44. Foto: Andrea Schröder

Die Nachbildung der Seejungfrau hängt am Giebel der Havelstraße 44.                                                                                       Foto: Andrea Schröder