Das Königsgrab von Seddin in der Prignitz. Immer nur Sensationen?

Datum/Zeit
Date(s) - 08/09/2022
19:00 - 21:00

Veranstaltungsort
Stadt- und Regionalmuseum Perleberg

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Seddin, Grabhügel des Königsgrabes, Gemälde von Kurt Hahn, 1927, © Museum Perleberg

Seddin, Grabhügel des Königsgrabes, Gemälde von Kurt Hahn, 1927, © Museum Perleberg

spätestens seit 1899 ist die Prignitz hochsensibilisiert, wenn es um archäologische Themen und Funde ging und geht. Das damals entdeckte Königsgrab wurde zum festen Bestandteil der Wissensvermittlung in den Schulen und durfte in keinem Heimatkundeunterricht fehlen. Seddin wurde zu einer wahren Wallfahrtsstätte für Schulklassen, Archäologen und Touristen und auch die Fachliteratur widmete sich intensiv dem Grab von Seddin. Der damalige Landrat Traugott von Jagow (1865-1941) ordnete zudem an, archäologische Funde im Kreis zu behalten und in den 1904 und 1905 gegründeten Museen zu Havelberg und Perleberg abzuliefern. Dieses Bestreben wurde auch von der Presse unterstützt. So wurde 1911 in den Prignitzer Nachrichten dazu aufgerufen, „Altertümer nicht an das Märkische Museum in Berlin zu geben, sondern in der Heimat zu belassen: ‚… traurig genug, dass der wichtigste Fund der Prignitz (Seddin) schon Eigentum der Stadt Berlin geworden ist … der Prignitzer hat keine Veranlassung, der Stadt Berlin an Geschenken etwas zuzuwenden.’“ Die Anfang der 1930er Jahre durch Frau Dr. Waldtraut Bohm (1890-1969) geleitete archäologische Landesaufnahme im Kreis Westprignitz, die viele Funde und noch mehr Erkenntnisse zur vorgeschichtlichen Siedlungstätigkeit in unserer Heimat ergab, schärfte das Bewusstsein der Prignitzer für archäologische Themen und daher beherbergt unser Museum bis heute eine der umfangreichsten archäologischen Sammlungen der Mark Brandenburg überhaupt. Als 1930 schließlich Nachbildungen der Funde aus dem Königsgrab auch in das Perleberger Museum gelangten, konnte damit eine bis dahin schmerzlich empfundene Lücke in der Präsentation der Bronzezeit im Museum geschlossen werden. Seddin und sein Königsgrab sind bis auf den heutigen Tag zentrales Ziel archäologischer Forschungen und seit Jahren finden hier offizielle Grabungen durch Archäologen und Studenten statt, so auch 2022 und wieder unter der Leitung von Dr. Immo Heske von der Georg-August-Universität Göttingen.

Auch in diesem Sommer ist ein Grabungsteam unter der Leitung von Immo Heske im Umfeld des Königsgrabes aktiv und versucht, Stück für Stück etwas über das Leben zur Zeit von König Hinz um 900 v. Chr. zu erfahren. Dr. Immo Heske, Kustos der Lehrsammlung des Seminars für Ur- und Frühgeschichte der Georg-August-Universität Göttingen berichtet über die aktuellen Ausgrabungen im Umfeld des Königsgrabes von Seddin. Sind es Sensationen oder der Grabungsalltag? Er wagt auch einen Blick in die Zukunft. Für die kommenden Jahre wird mit einem großen Forschungsprojekt ein erheblicher Wissenszuwachs erwartet. Und im Vorfeld des „König Hinz Events“, das nach mehreren Jahre Pause nun am 10. September wieder stattfindet, kommen die bronzezeitlichen Kulte auch nicht zu kurz.
Diese Fragen und mehr beantwortet Dr. Immo Heske während seines Abendvortrages am 08. September 2022 um 19 Uhr im Stadt- und Regionalmuseum.
Die Teilnehmer der diesjährigen Grabungsaktion sind ebenfalls am 8. September zu Gast im Museum und wir bieten im Museumshof dann auch Bockwurst und Brot an. Kommen Sie gerne vorbei, wir freuen uns über Ihre Anmeldung. Der Eintritt kostet für den Abend 5 €, ermäßigt 3 €. Bitte melden Sie sich für eine bessere Planung vorher unter der Telefonnummer (03876) 781 422 oder per E-Mail unter museum@stadt-perleberg.de an. Wenn die Witterung es zulässt, werden wir den Museumshof für den Vortragsabend nutzen.

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